LernpfadPersonal SkillsPersonal Skills I
I.2

Personal Skills I

Methoden zur Priorisierung

Aufgaben nach Wirkung, Wichtigkeit und Dringlichkeit planen und priorisieren.

So arbeitest du

  1. 1.Theorie lesen
  2. 2.Beispiel verstehen
  3. 3.Aufgaben lösen und prüfen

Lernzielkontrolle

Was kann ich bereits?

0 von 3 sicher

1.Das Pareto-Prinzip als Entscheidungshilfe gegen unnötigen Perfektionismus einsetzen.

2.Aufgaben mit ABC- und Eisenhower-Methode nachvollziehbar priorisieren.

3.Mit den fünf ALPEN-Schritten einen realistischen Tagesplan erstellen und nachkontrollieren.

Die Einschätzung wird automatisch auf diesem Gerät gespeichert. Prüfe sie nach den Übungen erneut.

Lernteil

Theorie und Beispiele

1

Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip beschreibt die Beobachtung, dass ein grosser Teil des Ergebnisses oft mit einem kleinen Teil des Einsatzes erreicht wird. Häufig wird dafür das Verhältnis 80 zu 20 verwendet.

Die Methode hilft, wirkungsvolle Aufgaben zuerst zu bearbeiten. Sie ist keine exakte Rechenregel und kein Grund für schlechte Qualität, sondern eine Entscheidungshilfe gegen unnötigen Perfektionismus.

Praktisch wird zuerst das gewünschte Ergebnis geklärt. Danach werden die wenigen Tätigkeiten identifiziert, die dafür den grössten Beitrag leisten. Erst wenn das brauchbare Kernergebnis gesichert ist, wird entschieden, welche Verfeinerungen zusätzlichen Nutzen bringen.

Praxisbeispiel

Für eine Sitzung liefern Agenda, Entscheide und Verantwortlichkeiten den grössten Nutzen; aufwendige Dekoration trägt deutlich weniger zum Ergebnis bei.

Pareto-Prinzip mit 20 Prozent entscheidenden Aufgaben und 80 Prozent Wirkung am Beispiel einer Sitzung
Die 80/20-Regel hilft, zuerst die wenigen Aufgaben mit der grössten Wirkung zu bearbeiten – ohne die notwendige Qualität wegzulassen.
2

ABC-Methode

Die ABC-Methode ordnet Aufgaben nach dem Verhältnis von Bedeutung beziehungsweise Ertrag und Zeitaufwand. Im Modell des Skripts liefern A-Aufgaben ungefähr 65 Prozent des Ertrags bei etwa 15 Prozent Zeitaufwand, B-Aufgaben je etwa 20 Prozent und C-Aufgaben nur etwa 15 Prozent Ertrag bei rund 65 Prozent Zeitaufwand.

A-Aufgaben sind sehr wichtig, meist persönlich zu bearbeiten und nicht beliebig delegierbar. B-Aufgaben sind wichtig und teilweise delegierbar. C-Aufgaben besitzen einen vergleichsweise kleinen Wert, beanspruchen aber häufig viel Zeit, etwa durch Routine und Administration.

A-Aufgaben erhalten zuerst ausreichend Zeit. B-Aufgaben werden danach eingeplant. C-Aufgaben werden vereinfacht, gebündelt, sinnvoll delegiert oder bewusst später erledigt. Die Prozentsätze sind Orientierungswerte und werden nicht mechanisch auf jeden Arbeitstag übertragen.

Praxisbeispiel

Eine Offerte mit Abgabefrist ist A, die Vorbereitung der Teamsitzung B und das Sortieren alter Prospekte C.

ABC-Methode mit A-, B- und C-Aufgaben, ihrem Wertbeitrag, Zeitanteil, passenden Handlungen und Beispielen aus dem Büro
Die ABC-Methode richtet den Blick auf den Zielbeitrag: A-Aufgaben zuerst bearbeiten, B-Aufgaben einplanen und C-Aufgaben möglichst bündeln, vereinfachen oder delegieren.
3

Eisenhower-Prinzip

Die Eisenhower-Matrix beurteilt jede Aufgabe nach Wichtigkeit und Dringlichkeit. Dadurch entstehen vier Felder: sofort erledigen, terminieren, delegieren und weglassen.

Wichtig ist eine Aufgabe, wenn sie wesentlich zu einem Ziel beiträgt. Dringend ist sie, wenn sie zeitnah erledigt werden muss. Lautstärke oder Druck allein machen eine Aufgabe noch nicht wichtig.

Wichtig und dringend wird sofort bearbeitet. Wichtig, aber nicht dringend erhält einen festen Termin. Dringend, aber weniger wichtig wird – wenn Verantwortung und Kompetenz es erlauben – delegiert. Weder wichtige noch dringende Aufgaben werden gestrichen oder bewusst zurückgestellt.

Im Unterschied zur ABC-Methode betrachtet Eisenhower zusätzlich die zeitliche Dringlichkeit. Eine Aufgabe kann deshalb einen hohen Wert besitzen, ohne heute erledigt werden zu müssen.

Praxisbeispiel

Eine heute fällige Kundenofferte ist wichtig und dringend. Die Vorbereitung einer Prüfung in drei Wochen ist wichtig, aber noch nicht dringend und wird terminiert.

Eisenhower-Matrix mit vier Aufgaben aus dem Arbeitsalltag, geordnet nach Wichtigkeit und Dringlichkeit
Die Position auf den beiden Achsen bestimmt die Handlung: sofort erledigen, terminieren, delegieren oder nicht erledigen.
4

ALPEN-Methode

ALPEN steht für Aufgaben und Aktivitäten zusammenstellen, Länge der Tätigkeiten schätzen, Pufferzeiten einplanen, Entscheidungen über Prioritäten treffen und Nachkontrolle durchführen.

Zuerst werden alle festen Termine und Aufgaben vollständig notiert. Danach wird für jede Tätigkeit eine realistische Dauer geschätzt. Aufgaben werden mit ABC oder Eisenhower priorisiert und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht.

Das Skript empfiehlt, nur ungefähr 60 Prozent der verfügbaren Arbeitszeit fest zu verplanen. Die restliche Zeit dient als Puffer für Unvorhergesehenes und für soziale Aktivitäten wie Rückfragen, kurze Absprachen oder Pausen.

Bei der Nachkontrolle werden erledigte Aufgaben markiert und Schätzzeit sowie tatsächlicher Aufwand verglichen. Unerledigte Aufgaben werden nicht einfach kopiert, sondern erneut priorisiert und bewusst auf einen neuen Termin gelegt.

Praxisbeispiel

Mia plant vier Aufgaben mit Dauer, reserviert Puffer, ordnet Prioritäten zu und vergleicht am Abend geschätzte und tatsächliche Zeiten.

ALPEN-Methode mit fünf Planungsschritten und einem Tagesplan mit Aufgaben, Pufferzeit und Nachkontrolle
Die fünf ALPEN-Schritte führen von der Aufgabenliste zu einem realistischen Tagesplan mit bewusst freigehaltener Pufferzeit.
5

Weiterführung in Personal Skills II

Die persönliche Arbeitstechnik wird in Personal Skills II weitergeführt. Dort werden Ziele mit der SMART-Methode formuliert, kleinere Events als Projekte geplant und Ergebnisse adressatengerecht präsentiert.

Damit sind die VSH-Leistungsziele 6.2 und 6.3 über beide Kursteile hinweg abgedeckt: Personal Skills I vermittelt Selbstmanagement und Priorisierung; Personal Skills II vertieft Zielsetzung, Eventorganisation und Präsentationstechnik.

Praxisbeispiel

Aus einer priorisierten Aufgabe entsteht in Personal Skills II ein SMART formuliertes Ziel, ein Eventplan und eine kurze Ergebnispräsentation.

Anwendung

Übungsaufgaben

Formuliere deine Lösung in eigenen Worten und wähle danach «Antwort prüfen». Du erhältst sofort eine Beurteilung mit Erklärung, fehlenden Punkten und Prüfkriterien.

1

Praxisauftrag nach Skript

Transfer

Aufgabe 4: Perfektionismus mit Pareto reflektieren

Ausgangslage und Auftrag

Mit dem Pareto-Prinzip lässt sich ein Hang zum Perfektionismus erkennen. Perfektionismus bedeutet, viel Zeit zu investieren, ohne einen wesentlichen Mehrwert zu erreichen.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

2

Praxisauftrag nach Skript

Anwendung

Aufgabe 5: Eigene Aufgaben nach ABC einteilen

Ausgangslage und Auftrag

Listen Sie ABC-Aufgaben aus Ihrem persönlichen Arbeitsalltag auf. Überlegen Sie sich jeweils, weshalb Sie diese Aufgabe so zuteilen.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

Sehr wichtig, hoher Ertrag, meist persönlich zu erledigen. Begründen Sie jede Zuordnung.

Wichtig und teilweise delegierbar. Begründen Sie jede Zuordnung.

Geringerer Wert bei oft hohem Zeitaufwand. Begründen Sie jede Zuordnung.

3

Praxisauftrag nach Skript

Transfer

Aufgabe 6: Eigene Eisenhower-Matrix

Ausgangslage und Auftrag

Tragen Sie acht bis zehn Aufgaben aus Ihrem persönlichen Arbeitsalltag oder privaten Umfeld zusammen. Ordnen Sie diese anschliessend einem Feld des Eisenhower-Prinzips zu und begründen Sie Ihre Einteilung.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

Nummern eintragen und Zuordnung begründen.

Nummern eintragen und Zuordnung begründen.

Nummern eintragen und Zuordnung begründen.

Nummern eintragen und Zuordnung begründen.

4

Kurze Lernkontrolle

Prioritätenmatrix

Ausgangslage und Auftrag

Du startest um 08.00 Uhr in den Arbeitstag. Welche Zuordnungen in der Eisenhower-Matrix sind sinnvoll? Wähle alle richtigen Aussagen.

Markiere alle richtigen Aussagen

Nutze Stichpunkte oder kurze, vollständige Sätze. Bearbeite alle verlangten Teilresultate.

5

Kurze Lernkontrolle

ALPEN-Tagesplan

Ausgangslage und Auftrag

Für einen Arbeitstag stehen acht Stunden zur Verfügung. Welche Bestandteile machen den ALPEN-Plan realistisch und kontrollierbar?

Markiere alle richtigen Aussagen

Nutze Stichpunkte oder kurze, vollständige Sätze. Bearbeite alle verlangten Teilresultate.

6

Kurze Lernkontrolle

Anwendung

Pareto und ABC anwenden

Ausgangslage und Auftrag

Für eine wichtige Kundenpräsentation bleiben zwei Stunden. Welche Entscheidungen entsprechen Pareto und ABC?

Markiere alle richtigen Aussagen

Nutze Stichpunkte oder kurze, vollständige Sätze. Bearbeite alle verlangten Teilresultate.

Deine Eingaben werden automatisch auf diesem Gerät gespeichert.

Unterrichtsmaterial

Arbeitsblatt und Lehrpersonenlösung

Beide Fassungen können gedruckt oder als PDF gesichert werden.