LernpfadPersonal SkillsPersonal Skills I
I.5

Personal Skills I

Konflikte und Teamarbeit

Konfliktstrategien beurteilen und erfolgreiche Zusammenarbeit mitgestalten.

So arbeitest du

  1. 1.Theorie lesen
  2. 2.Beispiel verstehen
  3. 3.Aufgaben lösen und prüfen

Lernzielkontrolle

Was kann ich bereits?

0 von 3 sicher

1.Flucht, Kampf, Aufgeben und Konsens anhand ihrer Folgen für Sache und Beziehung beurteilen.

2.Interessen hinter Positionen erkennen und eine tragfähige Win-win-Lösung entwickeln.

3.Zentrale Erfolgsfaktoren von Teams beobachten und konkrete Verbesserungen vereinbaren.

Die Einschätzung wird automatisch auf diesem Gerät gespeichert. Prüfe sie nach den Übungen erneut.

Lernteil

Theorie und Beispiele

1

Flucht, Kampf und Aufgeben

Bei Flucht bleibt der Konflikt meist ungelöst. Beim Kampf setzt sich eine Seite auf Kosten der anderen durch. Beim bewussten Aufgeben wird auf die eigene Position verzichtet, wenn Aufwand und Nutzen nicht im Verhältnis stehen.

Keine Strategie passt immer. Wichtig ist, Folgen für Sache, Beziehung und Zukunft zu erkennen und nicht unbewusst zu reagieren.

Flucht führt häufig zu lose-lose, Kampf zu win-lose und Aufgeben zu lose-win. Diese Kurzform beschreibt die unmittelbare Interessenlage, sagt aber noch nichts über langfristige Folgen. Eine bewusste Pause zur Beruhigung ist beispielsweise nicht dasselbe wie dauerhaftes Ausweichen.

Praxisbeispiel

Zwei Mitarbeitende streiten um einen Termin. Ignorieren verschiebt das Problem, ein Machtentscheid schafft Gewinner und Verlierer, ein begründeter Verzicht kann in einer unwichtigen Frage sinnvoll sein.

Vergleich der Konfliktstrategien Flucht, Kampf, Aufgeben und Konsens mit ihren Folgen für Interessen und Beziehung
Vor einer Reaktion kurz innehalten: Folgen für die Sache und die Beziehung prüfen und danach die Konfliktstrategie bewusst wählen.
2

Konsens und Win-win

Ein Konsens sucht eine tragfähige Lösung für beide Seiten. Dazu werden Positionen von den dahinterliegenden Interessen getrennt und gemeinsame Ziele sichtbar gemacht.

Win-win bedeutet nicht, dass jeder alles erhält. Beide Seiten können die Lösung akzeptieren und erkennen einen Nutzen, ohne die Beziehung unnötig zu beschädigen.

Ein konstruktives Gespräch beschreibt zuerst beobachtbare Fakten, lässt beide Sichtweisen zu, klärt Bedürfnisse und sammelt mehrere Lösungen. Die Vereinbarung hält fest, wer was bis wann tut und wann die Wirkung überprüft wird.

Praxisbeispiel

Statt über zwei Wunschtermine zu kämpfen, klärt das Team die tatsächlichen Einschränkungen und findet ein Zeitfenster, das beide Kernbedürfnisse erfüllt.

Fünf Schritte vom Klären unterschiedlicher Positionen und Interessen zu einer konkreten Konsens- und Win-win-Vereinbarung
Konsens entsteht durch einen nachvollziehbaren Prozess: Fakten und Sichtweisen klären, Interessen erkennen, Varianten entwickeln und eine überprüfbare Vereinbarung treffen.
3

Respekt und Vertrauen

Respekt zeigt sich darin, dass Beiträge ernst genommen, Unterschiede akzeptiert und Grenzen beachtet werden. Vertrauen wächst durch Verlässlichkeit, Offenheit und den verantwortungsvollen Umgang mit Fehlern.

Beides entsteht über wiederholtes Verhalten. Versprechen, vertrauliche Informationen und Rückmeldungen haben deshalb im Team besonderes Gewicht. Respekt gilt unabhängig von Funktion, Erfahrung oder Verantwortung.

Ein lösungsorientiertes Team sucht bei Rückschlägen zuerst Ursachen und nächste Schritte statt Schuldige. Das bedeutet nicht, Verantwortung zu vermeiden: Fehler werden benannt, behoben und für Verbesserungen genutzt.

Praxisbeispiel

Eine Kollegin meldet einen Fehler früh. Das Team sucht zuerst eine Lösung und bespricht danach sachlich, wie der Fehler künftig verhindert wird.

4

Rollen und Kommunikation im Team

Ein Team arbeitet besser, wenn Aufgaben, Rollen, Kompetenzen und Verantwortung klar sind. Transparente Kommunikation verhindert Doppelarbeit und macht Probleme früh sichtbar.

Gute Zusammenarbeit umfasst gegenseitige Unterstützung, respektvollen Umgang, transparente Kommunikation, Fokus auf Lösungen, eine freundliche Atmosphäre und gegenseitiges Vertrauen.

Aufgaben werden passend zu Fähigkeiten und Kompetenzen verteilt, ohne einzelne Personen dauerhaft zu überlasten. Absprachen zu Informationswegen, Entscheidungsbefugnissen und Stellvertretung machen das Team auch bei Engpässen handlungsfähig.

Praxisbeispiel

Bei einem Anlass ist festgelegt, wer Einladungen, Budget, Raum und Tagesleitung verantwortet und wann das Team den Fortschritt bespricht.

Vier Teamrollen rund um ein gemeinsames Ziel sowie ein Kommunikationskreislauf von der Auftragsklärung bis zum festgehaltenen nächsten Schritt
Teamarbeit wird verlässlich, wenn Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung zusammenpassen und Fortschritt, Probleme sowie Entscheidungen transparent festgehalten werden.
5

Teamentwicklungsphasen erkennen

Teams durchlaufen häufig vier Phasen: Forming (Orientierung), Storming (Auseinandersetzung), Norming (Vereinbarung) und Performing (produktive Zusammenarbeit). Beim Abschluss eines zeitlich begrenzten Teams kann eine fünfte Phase, Adjourning, hinzukommen.

In der Orientierung helfen Ziel, Auftrag und Rollen. In der Auseinandersetzung werden Unterschiede und Konflikte sachlich bearbeitet. In der Vereinbarungsphase entstehen Regeln und Vertrauen. In der Arbeitsphase übernimmt das Team Verantwortung und verbessert sein Vorgehen selbstständig.

Die Phasen sind keine starre Reihenfolge. Neue Mitglieder, veränderte Ziele oder Belastungen können ein Team in eine frühere Phase zurückführen. Entscheidend ist, den aktuellen Bedarf zu erkennen und passend zu handeln.

Praxisbeispiel

Nach dem Eintritt eines neuen Teammitglieds klärt die Gruppe Rollen und Regeln erneut, obwohl sie zuvor bereits gut zusammenarbeitete.

6

Probleme mit BWW und Ich-Botschaft ansprechen

Die BWW-Struktur trennt Beobachtung, Wirkung und Wunsch. Zuerst wird ein konkretes Verhalten ohne Verallgemeinerung beschrieben. Danach wird erklärt, welche sachliche Wirkung entsteht. Zum Schluss folgt ein konkreter und erfüllbarer Wunsch.

Eine Ich-Botschaft beschreibt die eigene Wahrnehmung und das eigene Anliegen, statt der anderen Person eine Absicht oder Eigenschaft zu unterstellen. «Ich kann den Bericht nicht abschliessen, wenn die Zahlen nach dem Termin eintreffen» ist lösungsorientierter als «Du bist immer unzuverlässig».

Das Gespräch findet möglichst zeitnah, unter vier Augen und mit genügend Zeit statt. Die andere Sicht wird angehört; anschliessend werden Handlung, Verantwortung, Termin und Nachkontrolle vereinbart.

Praxisbeispiel

«Die Zahlen kamen an den letzten zwei Freitagen nach 15 Uhr. Dadurch konnte ich den Bericht nicht rechtzeitig prüfen. Bitte sende sie künftig bis 12 Uhr oder melde eine Verzögerung am Vormittag.»

7

Sitzungen vorbereiten und nachbereiten

Eine Sitzung benötigt ein klares Ziel. Teilnehmende werden nur eingeladen, wenn ihr Wissen, ihre Entscheidung oder ihre Mitarbeit erforderlich ist. Einladung und Agenda nennen Zweck, Ort oder Zugangslink, Beginn, Ende, Traktanden, Zeitrahmen und erforderliche Vorbereitung.

Vor der Sitzung werden Raum, Technik, Unterlagen, Moderation und Protokollführung geklärt. Während der Sitzung führt die Agenda durch die Traktanden; Beiträge werden zusammengefasst und Entscheide sichtbar festgehalten.

Die Nachbereitung dokumentiert Entscheide und Pendenzen. Jede Pendenz enthält eine konkrete Aufgabe, eine verantwortliche Person und einen Termin. Das Protokoll wird zeitnah verteilt und offene Punkte werden kontrolliert.

Praxisbeispiel

Im Protokoll steht nicht nur «Website verbessern», sondern «Nora sendet bis 18. Mai drei Textvorschläge an das Projektteam».

Anwendung

Übungsaufgaben

Formuliere deine Lösung in eigenen Worten und wähle danach «Antwort prüfen». Du erhältst sofort eine Beurteilung mit Erklärung, fehlenden Punkten und Prüfkriterien.

1

Praxisauftrag nach Skript

Transfer

Aufgabe 11: Einen persönlichen Konflikt reflektieren

Ausgangslage und Auftrag

Beschreiben Sie einen persönlichen Konflikt, den Sie in letzter Zeit erlebt haben. Erklären Sie anschliessend, wie Sie den Konflikt gelöst haben oder wie Sie heute damit umgehen würden.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

Wer war beteiligt? Worum ging es? Beschreiben Sie sachlich und anonymisieren Sie Personen.

Was wollten die Beteiligten und welche Bedürfnisse standen dahinter?

Ordnen Sie Ihr Vorgehen ein: Flucht, Kampf, Aufgeben oder Konsens/Win-win.

Welche Schritte wurden unternommen und was wurde erreicht?

Was würden Sie beibehalten oder beim nächsten Mal anders machen?

2

Praxisauftrag nach Skript

Transfer

Aufgabe 12: Das eigene Team beurteilen

Ausgangslage und Auftrag

Nehmen Sie das Team aus Ihrem persönlichen Arbeitsumfeld als Grundlage. Beurteilen Sie, welche Merkmale guter Teamarbeit Sie bereits erleben und in welchen Bereichen sich Ihr Team verbessern sollte.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

Wie erleben Sie dieses Merkmal? Was sollte verbessert werden?

Wie erleben Sie dieses Merkmal? Was sollte verbessert werden?

Wie erleben Sie dieses Merkmal? Was sollte verbessert werden?

Wie erleben Sie dieses Merkmal? Was sollte verbessert werden?

Wie erleben Sie dieses Merkmal? Was sollte verbessert werden?

Wie erleben Sie dieses Merkmal? Was sollte verbessert werden?

Wie erleben Sie dieses Merkmal? Was sollte verbessert werden?

Wer soll was bis wann tun und wann wird die Wirkung überprüft?

3

Kurze Lernkontrolle

Konfliktstrategie vergleichen

Ausgangslage und Auftrag

Mia und Noah wollen beide am Freitag frei. Mindestens eine Person muss jedoch den Kundendienst übernehmen. Welche Reaktionen führen zu einer tragfähigen Lösung?

Markiere alle richtigen Aussagen

Nutze Stichpunkte oder kurze, vollständige Sätze. Bearbeite alle verlangten Teilresultate.

4

Kurze Lernkontrolle

Team-Check

Ausgangslage und Auftrag

In einem Projektteam werden Aufgaben doppelt erledigt, Termine zu spät gemeldet und Fehler vor den anderen verborgen. Welche Massnahmen verbessern die Zusammenarbeit?

Markiere alle richtigen Aussagen

Nutze Stichpunkte oder kurze, vollständige Sätze. Bearbeite alle verlangten Teilresultate.

5

Kurze Lernkontrolle

Transfer

Team wirksam weiterentwickeln

Ausgangslage und Auftrag

Ein Team teilt Informationen zu spät, sucht bei Fehlern Schuldige und verteilt Aufgaben unklar. Welche Vereinbarungen helfen?

Markiere alle richtigen Aussagen

Nutze Stichpunkte oder kurze, vollständige Sätze. Bearbeite alle verlangten Teilresultate.

6

Kurze Lernkontrolle

Grundlage

Teamentwicklungsphasen erkennen und unterstützen

Ausgangslage und Auftrag

Ordnen Sie die passenden Handlungen für ein neu gebildetes Team zu.

Markiere alle richtigen Aussagen

Nutze Stichpunkte oder kurze, vollständige Sätze. Bearbeite alle verlangten Teilresultate.

7

Praxisauftrag nach Skript

Anwendung

Einen Vorwurf in eine BWW-Ich-Botschaft umformulieren

Ausgangslage und Auftrag

Formulieren Sie den Vorwurf «Du bist immer unzuverlässig und bringst alles durcheinander» als sachliche BWW-Ich-Botschaft. Ausgangslage: Die Verkaufszahlen kamen an zwei Freitagen nach 15 Uhr; der Bericht war deshalb verspätet.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

8

Praxisauftrag nach Skript

Transfer

Eine entscheidungsfähige Sitzung organisieren

Ausgangslage und Auftrag

Organisieren Sie eine 45-minütige Sitzung, in der das Team Ort und Budgetrahmen für einen Kundenanlass entscheidet.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

Aufgabe, verantwortliche Person, Termin und Kontrolle

9

Praxisauftrag nach Skript

Anwendung

Eine Teamphase anhand von Beobachtungen bestimmen

Ausgangslage und Auftrag

Ein neues Projektteam diskutiert heftig über Zuständigkeiten und Arbeitsweisen. Zwei Personen bilden Untergruppen, Entscheidungen werden wiederholt infrage gestellt. Bestimmen Sie die wahrscheinlichste Phase und planen Sie zwei passende Massnahmen.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

10

Kurze Lernkontrolle

Grundlage

BWW und Ich-Botschaft unterscheiden

Ausgangslage und Auftrag

Welche Formulierungen sprechen ein Problem sachlich und lösungsorientiert an?

Markiere alle richtigen Aussagen

Nutze Stichpunkte oder kurze, vollständige Sätze. Bearbeite alle verlangten Teilresultate.

11

Praxisauftrag nach Skript

Transfer

Ein schwieriges Teamgespräch als Rollenspiel führen

Ausgangslage und Auftrag

Eine Kollegin unterbricht andere regelmässig und Entscheide gehen dadurch verloren. Führen Sie ein Gespräch unter vier Augen: BWW-Ich-Botschaft, Sicht der Kollegin, Lösung und Nachkontrolle.

Dein Vorgehen

  1. 1Gesprächsziel und beobachtbare Beispiele vorbereiten.
  2. 2BWW-Ich-Botschaft formulieren.
  3. 3Andere Sicht mit offenen Fragen anhören.
  4. 4Konkrete Vereinbarung und Kontrolltermin festlegen.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

12

Kurze Lernkontrolle

Grundlage

Grundelemente einer Sitzung prüfen

Ausgangslage und Auftrag

Welche Angaben und Vorbereitungen gehören zu einer gut organisierten Sitzung?

Markiere alle richtigen Aussagen

Nutze Stichpunkte oder kurze, vollständige Sätze. Bearbeite alle verlangten Teilresultate.

13

Praxisauftrag nach Skript

Anwendung

Eine unklare Agenda entscheidungsfähig machen

Ausgangslage und Auftrag

Die Agenda lautet «Begrüssung – Event besprechen – Verschiedenes». Überarbeiten Sie sie so, dass in 30 Minuten über Datum und Budget eines Kundenanlasses entschieden werden kann.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

14

Praxisauftrag nach Skript

Transfer

Vom Storming zur verlässlichen Zusammenarbeit

Ausgangslage und Auftrag

Ein sechsköpfiges Team soll in vier Wochen einen Informationstag organisieren. Rollen sind unklar, zwei Personen kämpfen um Entscheidungen und Sitzungen enden ohne Pendenzen. Entwickeln Sie einen Verbesserungsplan.

Deine Arbeitsergebnisse

Zu jedem Arbeitsschritt gehört ein eigenes Ergebnisfeld. So kannst du die Aufgabe der Reihe nach vollständig bearbeiten.

Deine Eingaben werden automatisch auf diesem Gerät gespeichert.

Unterrichtsmaterial

Arbeitsblatt und Lehrpersonenlösung

Beide Fassungen können gedruckt oder als PDF gesichert werden.