LernpfadBusiness SkillsLernziele 5.5–5.7
5.5–5.7

Business Skills · BWL, VWL und Marketing · VSH-Niveau K2

Bedürfnisse, Wirtschaftskreislauf und Markt

Von menschlichen Bedürfnissen über Güter bis zur Preisbildung durch Angebot und Nachfrage.

So lernst du

  1. 1.Theorie verstehen
  2. 2.Beispiel nachvollziehen
  3. 3.Fall lösen und prüfen

VSH-Reglement Business 2025

Das kannst du nach diesem Modul

  • Bedürfnisarten erklären und freie sowie wirtschaftliche Güter korrekt unterscheiden (5.5).
  • Güter- und Geldströme im einfachen Wirtschaftskreislauf beschreiben und mit der Wirtschaftsleistung verbinden (5.6).
  • Das Zusammenspiel von Angebot, Nachfrage, Preis und Menge in einfachen Marktfällen erklären (5.7).

Die Zuordnung dient der transparenten Unterrichtsplanung. Das Lernmittel ist am VSH-Reglement ausgerichtet, aber keine offizielle Publikation oder Zertifizierung des VSH.

Unterrichtsplanung und Bewertung anzeigen ▾
  1. 1.Alltagsbedürfnisse und Güter ordnen
  2. 2.Wirtschaftskreislauf und Preisbildung modellieren
  3. 3.Marktveränderungen in Fällen analysieren
  4. 4.Transferfall zu Angebot, Nachfrage und Preis

Bewertung: Fachliche Richtigkeit, passende Fachbegriffe, nachvollziehbare Begründung und Anwendung auf den Geschäftsfall beurteilen. Gleichwertige Lösungen sind anzuerkennen.

Lernteil

Theorie und Beispiele

1

Bedürfnisse und Güterarten

Ein Bedürfnis ist ein empfundenes Mangelgefühl. Existenzbedürfnisse sichern das Leben, Individualbedürfnisse betreffen einzelne Menschen und Kollektivbedürfnisse werden gemeinsam, häufig durch den Staat, erfüllt.

Freie Güter sind grundsätzlich ohne wirtschaftliche Gegenleistung verfügbar. Wirtschaftliche Güter sind knapp. Dazu gehören Sachgüter, Dienstleistungen und Rechte. Sachgüter können Gebrauchsgüter oder Verbrauchsgüter sein: Gebrauchsgüter lassen sich mehrfach nutzen, Verbrauchsgüter werden bei der Nutzung aufgebraucht.

Wird ein Bedürfnis mit Kaufkraft verbunden, entsteht Bedarf. Tritt dieser Bedarf am Markt als Kaufabsicht auf, spricht man von Nachfrage. Nicht jedes Bedürfnis führt deshalb automatisch zu einer Nachfrage.

Konsumgüter dienen unmittelbar der Bedürfnisbefriedigung von Haushalten. Investitionsgüter werden von Unternehmen eingesetzt, um weitere Leistungen herzustellen. Dasselbe Gut kann je nach Verwendung unterschiedlich eingeordnet werden: Ein Computer zu Hause ist Konsumgut, derselbe Computer im Betrieb Investitionsgut.

Wirtschaftliche Güter sind knapp, weshalb Haushalte und Unternehmen entscheiden müssen, wofür sie ihre begrenzten Mittel einsetzen. Jede Entscheidung hat Opportunitätskosten: Wer sich für eine Möglichkeit entscheidet, verzichtet auf den Nutzen der besten nicht gewählten Alternative.

Praxisbeispiel

Sonnenlicht ist meist ein freies Gut. Ein Fahrrad ist ein mehrfach nutzbares Gebrauchsgut, Lebensmittel sind Verbrauchsgüter und ein Haarschnitt ist eine Dienstleistung.

Güterarten als Baum mit freien und wirtschaftlichen Gütern sowie Sachgütern, Dienstleistungen, Rechten, Gebrauchsgütern und Verbrauchsgütern
Sachgüter werden als Gebrauchsgüter mehrfach genutzt oder als Verbrauchsgüter bei der Nutzung aufgebraucht.
2

Einfacher Wirtschaftskreislauf

Im einfachen Wirtschaftskreislauf bieten Haushalte Unternehmen ihre Arbeit an und erhalten dafür Einkommen. Unternehmen bieten Güter und Dienstleistungen an; Haushalte bezahlen Konsumausgaben.

Es gibt einen Güterstrom und einen entgegengesetzten Geldstrom. Staat, Banken und Ausland erweitern das Modell, gehören aber nicht zum einfachen Kreislauf.

Auf dem Arbeitsmarkt bieten Haushalte ihre Arbeitsleistung an und Unternehmen fragen sie nach. Auf dem Gütermarkt bieten Unternehmen Leistungen an und Haushalte fragen sie nach. Das Modell vereinfacht die Realität, macht aber sichtbar, dass die Ausgaben der einen Wirtschaftseinheit Einnahmen einer anderen sind.

Produktion schafft Einkommen, und Einkommen ermöglicht Nachfrage. Wird mehr produziert und verkauft, kann grundsätzlich auch mehr Einkommen entstehen. Ersparnisse, Investitionen, Steuern sowie Importe und Exporte werden erst im erweiterten Wirtschaftskreislauf berücksichtigt.

Wirtschaftsleistung bezeichnet den Wert der in einer Volkswirtschaft erzeugten Güter und Dienstleistungen. Eine wichtige Messgrösse ist das Bruttoinlandprodukt (BIP): Es erfasst den Wert aller Endprodukte und Dienstleistungen, die innerhalb eines Landes während einer bestimmten Periode hergestellt werden. Im einfachen Kreislauf wird sichtbar, wie Produktion, Einkommen und Konsumausgaben zusammenhängen.

Praxisbeispiel

Eine Person arbeitet im Restaurant und erhält Lohn. Mit einem Teil des Lohns bezahlt sie ein Essen – Arbeitsleistung und Essen fliessen andersherum als Lohn und Kaufpreis.

Einfacher Wirtschaftskreislauf zwischen Haushalten und Unternehmen mit Güterstrom und Geldstrom
Haushalte und Unternehmen tauschen Arbeitsleistung, Güter und Dienstleistungen aus; Einkommen und Konsumausgaben bilden den entgegengesetzten Geldstrom.
3

Markt, Angebot und Nachfrage

Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage zusammen. Bei sonst gleichen Bedingungen steigt die angebotene Menge mit höherem Preis; die nachgefragte Menge sinkt meist.

Der Gleichgewichtspreis entsteht dort, wo angebotene und nachgefragte Menge übereinstimmen. Ein Angebotsüberschuss drückt den Preis, ein Nachfrageüberschuss erhöht ihn.

Ändert sich nicht der Preis des Gutes, sondern eine Rahmenbedingung, verschiebt sich eine ganze Kurve: bessere Produktionstechnik erhöht das Angebot; knappere Rohstoffe senken es. Höheres Interesse, mehr Abnehmende oder ein beliebter Ersatz erhöhen die Nachfrage; ein sparsameres Ersatzprodukt kann sie senken.

Bei steigendem Angebot sinkt der Gleichgewichtspreis und die gehandelte Menge steigt. Bei sinkendem Angebot steigt der Preis und die Menge sinkt. Steigende Nachfrage erhöht Preis und Menge; sinkende Nachfrage senkt beide. Diese Aussagen gelten bei sonst unveränderten Bedingungen.

Der Preis erfüllt wichtige Funktionen: Er informiert über Knappheit, lenkt Anbieter und Nachfragende und koordiniert ihre Entscheidungen. Hohe Preise können zusätzliche Anbieter anziehen und gleichzeitig Nachfrage bremsen.

Eine Bewegung auf einer Kurve entsteht durch eine Änderung des Preises des betrachteten Gutes. Eine Verschiebung der Kurve entsteht durch andere Einflüsse, etwa Einkommen, Vorlieben, Zahl der Marktteilnehmenden, Produktionskosten oder Technik. Diese Unterscheidung verhindert typische Fehlinterpretationen.

Praxisbeispiel

Bei einem sehr tiefen Konzertticketpreis möchten mehr Menschen Tickets kaufen, als Plätze vorhanden sind. Der Nachfrageüberschuss erzeugt Druck auf den Preis.

Anwendung

Übungsaufgaben

Begründe deine Lösung mit Fachbegriffen. Die Prüfung zeigt dir Kernaussagen, fehlende Punkte und eine Musterlösung.

1

Anwendung · Praxisauftrag

Bedürfnisse und Güter klassifizieren

Ordne die fünf Beispiele Schritt für Schritt ein. Verwende die Begriffe aus der Theorie und begründe jede Antwort kurz.

  1. 1Schulunterricht: Welches Bedürfnis erfüllt er und welche Güterart ist er?
  2. 2Luft: Ist sie ein freies oder ein wirtschaftliches Gut?
  3. 3Brot: Ist es Sachgut oder Dienstleistung sowie Konsum- oder Investitionsgut?
  4. 4Produktionsroboter: Ist er Konsum- oder Investitionsgut? Begründe.
  5. 5Ärztliche Beratung: Ist sie Sachgut oder Dienstleistung?
2

Anwendung · Praxisauftrag

Bäckerei: Arbeit, Brot und Geld

Eine Bäckerei beschäftigt Mitarbeitende und verkauft Brot. Bearbeite die vier Schritte der Reihe nach.

  1. 1Arbeit: Was geben die Haushalte der Bäckerei?
  2. 2Lohn: Was erhalten die Haushalte für ihre Arbeit?
  3. 3Verkauf: Wohin fliessen das Brot und das Geld?
  4. 4Stadtfest: Mehr Menschen wollen Brot, aber die Menge bleibt gleich. Was passiert wahrscheinlich mit dem Preis?
3

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Marktveränderungen repetieren

Beurteile vier unabhängige Fälle: A) Eine neue Maschine senkt Produktionskosten. B) Ein Rohstoffvorkommen fällt aus. C) Ein Trend erhöht das Interesse am Produkt. D) Ein sparsames Ersatzprodukt wird beliebt. Wähle alle richtigen Folgen aus und begründe freiwillig einen Fall.

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4

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Bedürfnis und Gut mehrstufig einordnen

Wähle alle zutreffenden Einordnungen für Trinkwasser aus der Leitung, eine Produktionsmaschine und eine kostenpflichtige Rechtsberatung.

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5

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Wirtschaftskreislauf vollständig lesen

Ein Haushalt arbeitet in einem Betrieb und kauft dessen Produkte. Wähle alle richtigen Stromrichtungen.

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6

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Marktgleichgewicht übertragen

Nach einer schlechten Ernte sinkt das Angebot an Äpfeln, während die Nachfrage gleich bleibt. Später wird ein Ersatzprodukt sehr beliebt. Wähle die wahrscheinlichen Wirkungen unter sonst gleichen Bedingungen.

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7

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Güter im Berufsalltag mehrfach einordnen

Ordne einen Firmenlaptop, eine Zugfahrt und Druckerpapier nach mehreren Gütermerkmalen ein.

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8

Anwendung · Interaktive Lernkontrolle

Ströme im Wirtschaftskreislauf zuordnen

Eine Lernende arbeitet samstags in einem Sportgeschäft und kauft dort Wanderschuhe. Wähle alle richtigen Stromrichtungen.

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9

Transfer · Interaktive Lernkontrolle

Angebot und Nachfrage bei Bergbahntickets

Nach starkem Schneefall steigt die Nachfrage nach Tagestickets, während die Zahl der Plätze gleich bleibt. Später erhöht eine zusätzliche Bahn die Kapazität. Wähle die wahrscheinlichen Wirkungen.

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Deine Eingaben werden auf diesem Gerät automatisch zwischengespeichert.

Unterrichtsmaterial

Arbeitsblatt und Musterlösung

Alle Aufgaben dieses Moduls können als Arbeitsblatt oder als Lösungsschlüssel gedruckt und im Druckdialog als PDF gesichert werden.